Pressemitteilung: „Werte und Normen“ als Werte vermittelndes Fach

Pressemitteilung | 10.01.2018 | Hannover
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Fachverband „Werte und Normen“ –
ethische und humanistische Bildung in Niedersachsen e.V.

„Werte und Normen“ als Werte vermittelndes Fach

Wertebildender Unterricht findet nicht nur im Rahmen des Religionsunterrichts statt – „Werte und Normen“ muss als humanistische und säkulare Alternative endlich dem RU gleichgestellt werden

Die aktuelle Ausgabe des Niedersächsischen Schulverwaltungsblatts (01/2018) widmet sich dem Thema „Religion in der Schule“. Es wird darin suggeriert, dass Sinnstiftung und Wertevermittlung alleine durch den Religionsunterricht der Religionsgemeinschaften geleistet werden könne. Auch die dort formulierte Annahme eines gänzlich neutralen Werte und Normen-Unterrichts ist in diesem Rahmen irreführend.

Das niedersächsische Schulgesetz legt in §2 explizit fest, dass die Weiterentwicklung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler nicht nur auf der Grundlage des Christentums, sondern auch auf Grundlage des europäischen Humanismus erfolgen soll.

Die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern im und durch Unterricht gehört zu den wichtigsten Aufgaben, der sich Lehrerinnen und Lehrer im Fach Werte und Normen in Niedersachsen tagtäglich widmen. Die Grundlage dafür bietet neben dem §2 des niedersächsischen Schulgesetzes insbesondere das neu überarbeitete Kerncurriculum für das Fach Werte und Normen in der Sekundarstufe I, welches Anfang August des letzten Jahres in Kraft getreten ist. Darin wird der Werteorientierung, die für eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen in einer sich durch politische, ökonomische, allgemeingesellschaftliche und religiöse Veränderungen wandelnden Gesellschaft essentiell ist, ein grundlegender Stellenwert eingeräumt. So bietet beispielsweise der inhaltsbezogene Kompetenzbereich „Fragen nach Orientierungsmöglichkeiten“ allen Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit, zu religionskundlichen Kenntnissen und zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit religiös bzw. weltanschaulich begründeten Entwürfen von Lebenssinn und Lebensgestaltung zu gelangen.

Der wertebildende Weg, den die Schülerinnen und Schüler in diesem Fach beschreiten, wird nun erfreulicherweise bereits an einigen Grundschulen vorbereitet, an denen das Fach Werte und Normen in einer Pilotphase getestet wird. Wir möchten die im Landtag vertretenen Parteien sowie den Kultusminister dazu ermutigen, diesen Weg weiter zu beschreiten und das Fach Werte und Normen als ordentliches Unterrichtsfach ab der Grundschule einzuführen.

Indem Schülerinnen und Schüler Werte und Normen ab der Grundschule und an allen Schulformen wählen können, können sie auch tatsächlich von ihrem Recht auf Religionsfreiheit in positiver oder negativer Ausübung Gebrauch machen. Der Staatsvertrag des Landes Niedersachsen mit dem Humanistischen Verband Deutschlands – Niedersachsen, K.d.Ö.R gewährleistet und schützt dieses Recht. Es darf daher nicht wie bisher ein Ungleichgewicht zwischen dem Religions- und Werte und Normen-Unterricht bestehen bleiben.

Der Fachverband Werte und Normen – ethische und humanistische Bildung in Niedersachsen e.V. sowie der Humanistische Verband Deutschlands – Niedersachsen, K.d.Ö.R. stehen als Ansprechpartner nicht nur der Politik und der Öffentlichkeit, sondern auch allen an den Inhalten und Möglichkeiten des Faches interessierten Eltern und Lehrkräften zur Verfügung.

Sarah-Lena Reuß
für den Vorstand des
Fachverbandes „Werte und Normen“ –
Ethische und humanistische Bildung in Niedersachsen e.V.
http://www.fv-wun.de

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